Biografische Skizze

Hanns Arntzen

Foto: Klaus-Jürgen Schulz

Nach dem Abitur habe ich an der Technischen Hochschule Braunschweig Elektrotechnik studiert (Abschluss: Diplom-Ingenieur / Elektrische Messtechnik) und danach als naturwissenschaftlich-technischer System-Analytiker und Programmierer gearbeitet: zunächst als Angestellter in Industrie und Unternehmens-Beratungen, später als Freiberufler / Selbstständiger.

In meiner intensiven Analytischen Psychotherapie (tiefenpsycholog. Gruppen-/ Einzel-PT nach C. G. Jung) habe ich mich unter der liebevollen Anleitung der Therapeuten aus meiner emotionalen Starre gelöst, zu den Quellen meiner inneren Kraft gefunden und bin ein ganz neuer Mensch geworden.

Aus Begeisterung darüber, wie sehr ich mich (ohne jemals „behandelt“ worden zu sein!) in der Therapie entwickeln und wandeln konnte, habe ich mich entschlossen, Psychotherapeut zu werden. Das wichtigste Rüstzeug dazu hatte ich schon in der Therapie erworben: Selbst-Erkenntnis, Selbst-Bewusstsein („sich seiner selbst bewusst sein“), Intuition, Toleranz, Einfühlung und absoluter Respekt vor dem „So-Sein“ anderer und zugleich Souveränität gegenüber der Meinung anderer über mich.

Das spätere „Kopf“-Studium der Psychologie an der Uni Bonn war zwar theoretische und berufsrechtliche Voraussetzung für die Approbation als Psychologischer Psychotherapeut. Basis meiner Arbeit ist und bleibt aber meine in der eigenen Therapie, in späteren Fortbildungen und in der täglichen Arbeit mit meinen Klienten gewonnene Selbsterfahrung.

System-Analytiker (Naturwissenschaftler) und tiefenpsychologische Therapeuten (Geisteswissenschaftler) sehen die Welt zwar aus verschiedenen Blickwinkeln, ihre Arbeit hat aber auch viel gemeinsam. Als System-Analytiker habe ich gelernt, den „Horizont“ eines zu analysierenden Problems systemisch danach abzusuchen, welche Einfluss-Faktoren (die „Wenns“ und „Abers“) mitspielen könnten. Denn: wird z. B. bei der Entwicklung eines Computer-Programms ein Faktor übersehen, stürzt es irgendwann ab. Mit dieser analytischen Systematik (und meiner Spürnase) kläre ich heute in der Psychologischen Analyse und Therapie, welche Faktoren beim Thema eines Klienten eine Rolle spielen (könnten), so dass ich meistens schnell auf die Knackpunkte komme.

Zu meinem systemischen Denken: mit ca. 14 Jahren habe ich mein erstes primitives Röhren-Radio gebaut. Dabei habe ich erfahren: wenn ich nur ein einziges Bauteil (z. B. einen Drehkondensator oder einen Widerstand) verstelle, ändern sich in der ganzen Schaltung alle elektrischen Werte (Spannungen, Ströme, Frequenzen). Daher kann ich gar nicht anders als grundsätzlich systemisch zu fragen und zu denken, d. h. immer das ganze System (also die wechselseitige Beziehung aller Elemente) zu betrachten. Daher sehe ich ganz automatisch jeden Menschen im Netz seiner Beziehungen.

Weil ich selbst Jahrzehnte neurotisch war, spüre ich meist gut, wie ein Klient sich fühlt. Und: da ich an mir selbst erlebt habe, wie sehr ein Mensch in seiner Psychotherapie sich ändern kann, bin ich von der Chance jedes Klienten überzeugt, in der Psychotherapie sich zu wandeln, wenn er wirklich will. Diesen Optimismus glaube ich auf meine Klienten übertragen zu können. Er ist, noch vor meinem Einfühlungs-Vermögen und meiner systemischen Analytik, mein wichtigstes Handwerkszeug im therapeutischen Prozess.